Cross-Border-Handel: Chancen für den deutschen E-Commerce

Deutschland hat einen starken E-Commerce-Markt. Doch wie sieht es in Sachen Internationalisierung aus? Welche Potenziale der grenzüberschreitende Handel bietet und wie der E-Commerce im Ausland funktioniert, lesen Sie hier.

Der grenzüberschreitende E-Commerce bietet für deutsche Online-Händler großes Potenzial. (Foto: Pixabay)

Der deutsche E-Commerce-Markt gehört zu den drei größten in ganz Europa. Beim Cross-Border-Handel besteht hierzulande aber bei vielen Online-Shop-Betreibern noch Nachholbedarf. Dabei bietet der grenzüberschreitende Handel bei steigendem Druck auf den nationalen stationären und digitalen Vertriebsweg gute Wachstumsmöglichkeiten.

Hinzu kommt, dass eine rein digitale internationale Markteinführung ein überschaubares Risiko birgt. Im Vergleich zu stationären Geschäftsmodellen fordert sie aufgrund entfallender Grundstücks- und wenig Personalkosten nur geringe Investitionen. Auch wird dem grenzüberschreitenden E-Commerce gegenüber dem gesamten (national plus international) Online-Handel ein besseres Wachstum für die nächsten Jahre prognostiziert.

Kundenbedenken beim Cross-Border-Handel

Aufgrund des großen E-Commerce-Angebots in Deutschland ist hierzulande die Zahl der grenzüberschreitenden Online-Käufe verglichen mit kleineren Ländern wie Portugal oder Irland noch eher gering. Gründe für einen Einkauf ausländischer Kunden im Internetshop eines deutschen Händlers bieten sich jedoch viele, zum Beispiel:

 

  •       eine größere oder andere Produktauswahl,
  •       günstigere Preise beziehungsweise bessere Qualität,
  •       Produktneuheiten vor Markteinführung im Heimatland des Käufers,
  •       abweichende Verfügbarkeiten der Produkte

Was manche Kunden dennoch vom Online-Kauf im Ausland abhält, ist:

 

  •       wenn Website und Kundensupport nicht in Landessprache verfügbar sind,
  •       Sorgen hinsichtlich des Umgangs und der Sicherheit der persönlichen Daten,
  •       Vertrauensmängel gegenüber dem Händler oder dem Produkt,
  •       schwierige Retourenmöglichkeit der gekauften Ware,
  •       Schwierigkeiten mit der Bezahlung beziehungsweise keine passenden Bezahlmöglichkeiten
  •       oder offene Fragen in Bezug auf Zoll, Gebühren oder Steuern.

Wie der grenzüberschreitende E-Commerce funktioniert

E-Commerce-Kunden haben heute hohe Erwartungen an Online-Händler: versandkostenfreie Lieferungen, kurze Lieferzeiten und das Ganze am besten weltweit und rund um die Uhr.

Wiederkehrende Schwierigkeiten beim grenzüberschreitenden E-Commerce sind Sprachbarrieren, unterschiedliche Produktpräferenzen ausländischer Kunden oder unterschiedlich etablierte Verkaufskanäle. Um in anderen Ländern vertrauensvoll zu wirken, sollten Online-Händler…:

 

  • den Einkauf in der Landessprache ermöglichen. Zu vermeiden ist hierbei eine schlechte oder holprige Übersetzung.
  • die Grundlagen im Online-Shop zu Sprache, Währung und Zahlungsmethoden den Gegebenheiten im Zielland anpassen und hierfür gegebenenfalls mit Länderexperten zusammenarbeiten.
  • Social Proof in Form von Kundenbewertungen einsetzen.
  • ein unabhängiges Gütesiegel auf dem Online-Auftritt integrieren. Zu empfehlen ist ein Käuferschutz-Siegel, das besonders positiv auf die Wahrnehmung bei Online-Shoppern wirkt.
  • verschiedene Vertrauensinstrumente für jedes Land individuell testen, um deren Tauglichkeit  festzustellen, denn für jedes Land muss eine individuelle Strategie ausgearbeitet werden.

Cross-Border-Handel bietet Chancen

Auch wenn die deutschen Online-Händler bislang noch keine großen Exporteure sind, bietet der Cross-Border-Handel aufgrund seiner Dimension und seinen Entwicklungsprognosen großes Potenzial.

Dabei muss jedoch jedes Land und sein Markt differenziert angegangen werden. Es gibt hier keine Patentlösung. Für kleinere Händler können bei der Internationalisierung außerdem große Marktplätze wie Amazon oder Ebay eine passende Alternative darstellen.

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