E-Food-Trends: Warten auf den Durchbruch

Bücher, Kleidung, Elektronik: Praktisch alles wird heutzutage gern und häufig im Internet bestellt – außer Lebensmittel. Laut Experten-Prognosen wird sich das aber schon bald ändern. Eine Skizze der aktuellen Entwicklungen im E-Food-Bereich.

Der E-Food-Sektor soll in Zukunft deutlich wachsen. (Foto: B+S)

Für viele Menschen ist der Lebensmitteleinkauf eine lästige Notwendigkeit. Parkplatzsuche, überfüllte Supermärkte und Anstellen an der Kasse nehmen viel Zeit in Anspruch. Warum also nicht auch Lebensmittel bequem und zeitsparend vom Sofa aus bestellen? Pro Jahr werden in Deutschland 150 Milliarden Euro für Lebensmittel ausgegeben. Auch wenn der Online-Lebensmittelhandel derzeit einen Marktanteil von nur einem Prozent hat, beginnen die Fragen zur Zukunft des E-Foods angesichts der fortschreitenden Digitalisierung nicht mit „ob“, sondern eher mit „wann“.

Aktuelle Marktforschung wie eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young gehen mittelfristig von mindestens zehn Prozent Marktanteil in Deutschland aus. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt kommt in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass europaweit die Umsätze im E-Food-Sektor ab 2018 die im Online-Elektronikhandel übersteigen werden. Damit würden Lebensmittel zum zweitstärksten Marktsegment im E-Commerce nach Textilien und Schuhen. IT-Forscher Antonio Krüger prognostiziert, dass in 30 Jahren 80 Prozent der Lebensmittel über das Internet bestellt werden.

Wie sieht das E-Food-Angebot derzeit aus?

Mittlerweile sind auch die klassischen Lebensmittelhändler Edeka, Rewe, Aldi und Lidl dabei, ihr Online-Angebot auszubauen. Zusammen kontrollieren die Marktgiganten 85 Prozent des stationären Handels. Ein Grund für die Entwicklung hin zum Multi-Channel-Anbieter ist der Einstieg des Online-Riesen Amazon in den Lebensmittel-E-Commerce. Mit Amazon fresh versorgt das amerikanische Unternehmen seit April seine Kunden in Berlin und München mit frischen Lebensmitteln.

Edeka zog kürzlich mit seiner Tochter Bringmeister nach und beliefert ebenfalls beide Städte. Das breiteste Angebot im E-Food-Sektor bietet momentan Rewe an. Die Kölner sind bundesweit in rund 75 Städten aktiv und hatten im letzten Jahr nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro Umsatz sowie 60 Prozent Wachstum zu verzeichnen – schrieben in der Sparte aber dennoch weiter Verluste. Konkurrent Lidl stampfte seine Online-Pläne kürzlich wieder ein, auch Aldis Bestrebungen beim Onlineversand sind noch nicht spruchreif.

Welche Entwicklungspotenziale gibt es beim E-Food?

Momentan testet Amazon in den USA den ersten Supermarkt ohne Kassen. Sensoren erfassen die Einkäufe der Kunden und eine App erledigt automatisch das Bezahlen. Auch soll es in Zukunft möglich sein, dass sich mobile Endgeräte via App mit dem intelligenten Kühlschrank verbinden und selbst erkennen, welche Produkte zur Neige gehen und diese dann beim jeweiligen Online-Shop nachbestellen.

Durch die gute Analysierbarkeit des Online-Lebensmittelmarktes lassen sich zudem genaue Kundeninteressen nachzeichnen. Diese Informationen können genutzt werden, um zum Beispiel bestimmte Produkte auf Vorrat zu bestellen, Schwachstellen zu erkennen oder um gezielte Marketingaktionen vorzubereiten. In Zukunft sollen außerdem weiterführende digitale Zusatzservices in Form von Rezepten oder Ernährungsberatung Mehrwerte für den Kunden bieten.

Qualitätsmanagement im E-Food

Während sich viele den Kauf von trockenen Lebensmitteln in Dosen und Schachteln gut vorstellen können, wird es bei verderblichen Produkten wie Obst und Gemüse sowie Milchprodukten schwierig. Diese bedürfen eines besonders sensiblen Umgangs und hohen Qualitätsstandards. Ebenso spielt die strikte Einhaltung der Kühlkette nicht nur bei Tiefkühlprodukten eine wichtige Rolle. Branchenübliche Standards wie die IFS-Zertifizierung oder das Arbeiten nach HACCP-Konzept garantieren die Qualität der Lebensmittel, auch an den B+S-Standorten.

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