Einer unter vielen: Merkmale eines guten Logistikdienstleisters

Auf der Suche nach einem Logistikdienstleister stoßen Firmen oft an ihre Grenzen. Allein rund 60.000 mittelständische Betriebe stehen bundesweit zur Wahl. Was einen guten Logistiker ausmacht, lesen Sie hier.

Bevor sich ein Kunde für einen Logistikdienstleister entscheidet, sollte er sich persönlich einen Eindruck von den Räumlichkeiten und den Arbeitsprozesse verschaffen. (Foto: B+S)

Neben ausreichend großen Logistikflächen und genügend Personal werden Logistikdienstleister immer öfter auch an ihren IT-Kompetenzen gemessen. Die Fähigkeiten in der Erhebung und Bearbeitung von Daten ist heute ein wichtigeres Kriterium als der Preis. Das hat auch die Branche bereits erkannt. Immer mehr Unternehmen investieren daher in den Ausbau ihrer informationstechnischen Prozesse. Was das Ausmaß ihrer IT-Kompetenzen betrifft, unterscheiden sich deutsche Betriebe allerdings nach wie vor stark.

Abgesehen davon gibt es natürlich noch weitere Kernkompetenzen, die einen fähigen Logistikdienstleister ausmachen:

  • Multichannel-Fähigkeit: Sowohl Geschäftsbeziehungen mit anderen Unternehmen (B2B) als auch mit Endkunden (B2C) herstellen
  • Value Added Services: Komplettes Service-Paket rund um die rein logistische Lösung (beispielsweise Geschenkverpackung oder Displaybau)
  • Skalierbarkeit: Die Fähigkeit eines Logistikers mit seinen räumlichen, personellen und fachlichen Ressourcen die verschiedensten Kundenwünsche zu bedienen (zum Beispiel Hochregallager für Paletten, Fachbodenregale für Kleinteile, Kühlbereiche, verschiedene Temperaturzonen oder automatische Verpackstraßen)
  • Verkehrsgünstige Anbindung, um insbesondere im B2C-Bereich kurze Cut-off-Zeiten sicherzustellen
  • Multi-Carrier-Möglichkeit: Erhöht die Flexibilität für den Kunden, der sich dadurch den optimalsten Versender seiner Ware aussuchen kann
  • Gutes Projekt- und Account-Management
  • Kurze Entscheidungswege

Logistikdienstleister benötigen branchenabhängige Zertifizierungen

Selbstverständlich muss ein Logistikunternehmen darüber hinaus über die einschlägigen Zertifikate verfügen. Neben den allgemeingültigen Bestimmungen bezüglich des Arbeitsschutzes und einer Berufsgenossenschaft gibt es zahlreiche branchenabhängige Bestimmungen. Im Lebensmittelbereich ist beispielsweise eine IFS-Zertifizierung unerlässlich. Aber auch die Gewährleistung, dass die Daten des Kunden geschützt sind, spielt in Zeiten der Digitalisierung eine immer größere Rolle. Zudem muss der Logistiker Maßnahmen ergreifen, um die auferlegten Standards dauerhaft zu halten.

Logistikdienstleister muss sich in den Kunden hineinversetzen

Im Kundenmanagement müssen sich alle handelnden Mitarbeiter des Logistikunternehmens in den Auftraggeber hineinversetzen können. Das heißt, sich immer wieder die Frage zu stellen, was braucht mein Kunde? Damit ist sichergestellt, dass auch auf kurzfristige Aufträge entsprechend reagiert werden kann. Wünscht sich der Kunde zum Beispiel, dass eines seiner Produkte bei einer großen Lebensmittelkette gelistet wird, muss der Dienstleister genau wissen, was zu tun ist.

In diesem Zusammenhang ist es notwendig, dass alle Projektbeteiligten Einblick in sämtliche Arbeitsprozesse haben und das Geschäftsmodell des Kunden in und auswendig kennen. Immer von Vorteil ist es, wenn die Zusammenarbeit über feste Ansprechpartner erfolgt. Das signalisiert Verlässlichkeit und stärkt die Kundenbindung.

Kunde sollte sich eigenes Bild vom Logistikdienstleister machen

Aus Sicht des Auftraggebers ist es wichtig, sich nicht allein auf die Informationen auf der Homepage eines Logistikdienstleisters zu verlassen, sondern sich selbst ein Bild von seinem potenziellen Projektpartner machen. Das betrifft nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch die Arbeitsprozesse und das Personal. Vor allem mit dem IT- und Account-Management sollte das Gespräch gesucht werden. Währenddessen stellt sich nämlich schnell heraus, ob der Logistikdienstleister etwas von dem Geschäftsmodell seines Gegenübers versteht.

Vorsicht ist auch bei der vertraglichen Gestaltung einer Zusammenarbeit geboten. Denn im Logistikvertrag können sich Fallstricke verstecken. Um das Risiko zu minimieren, über einen dieser Stricke zu stolpern, sollte der Projekterfolg im Vertrag festgehalten werden. Wichtig dabei ist, dass sich die Beteiligten viel Zeit bei den Verhandlungen nehmen und Schritt für Schritt vorgehen. Fragen, die auf jeden Fall geklärt werden müssen, sind:

  • Wie genau soll das Projekt ablaufen?
  • Welche Anforderungen muss der Logistikdienstleister erfüllen?
  • Wie gewährleistet der Logistiker die Projektfortschritte?
  • Aktuelles
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